Ganz ehrlich: Manchmal beneide ich meine Kinder. Weil sie dĂŒrfen – und mit Hingabe tun -, was ich nicht darf: Wörter nach Bedarf verbiegen oder erfinden. Auch einer versierten Übersetzerin passiert es nĂ€mlich: Ich sitze grĂŒbelnd vor dem Rechner, habe den Sinn des Satzes erfasst, nur das eine passende Wort will mir leider nicht einfallen…

Meine beiden MĂ€dels sind (als Töchter ihrer Mutter) recht wortgewandt. Wenn aber nun mitten im GesprĂ€ch ein Wort fehlt – kein Problem – da gibt es doch erfindungsreiche Wortschöpfungen!

Erfindungsreiche Wortschöpfungen

„Mama, Du bist unmaniert!“ Ich bin also unmaniert. Nein, nicht unmariniert und auch nicht unmaniriert (beides aber eigentlich wahr), sondern unmaniert. Und zwar, weil ich neulich nach einer arbeitsbedingt kurzen Nacht beim FrĂŒhstĂŒck herzhaft gĂ€hnte. Da fing ich mir den vorwurfsvollen Kommentar ein: „Mama, Du bist unmaniert!“

Kennen Sie ein Verb fĂŒr die Arbeit eines Krans? Nein? „KrĂ€nen“, ist doch völlig klar! So stellte einst beim Autofahren ein dĂŒnnes Stimmchen aus dem Fond des Wagens fest: „Schiefe können nicht gescheit krĂ€nen“. Ich gebe es zu: Es bedurfte einiger Zeit angestrengten GrĂŒbelns meinerseits, um den Sinn dieses etwas rĂ€tselhaften Satzes zu entschlĂŒsseln! Aber ich wĂ€re ja keine Übersetzerin, wenn ich in dieser Disziplin nicht eine gewisse Übung hĂ€tte.

Aus der selben Zeit stammt auch der „Eierkrach“. Den haben Sie bestimmt auch zuhause. Oder haben Sie kein HandrĂŒhrgerĂ€t? Kind beobachtete, dass Mama beim Kuchenbacken erst Eier in eine SchĂŒssel schlĂ€gt und dann Krach macht. Folglich musste dieses GerĂ€t ein Eierkrach sein.

Wörter aus eigenem Anbau

Zur Zeit genießen wir ĂŒbrigens „selbriges“ GemĂŒse. Mal ganz ehrlich: „Selbriger Salat“ ist doch gleich viel knackiger als „Sa – lat – aus – ei – ge – nem – An – bau“. Deshalb wollen wir uns nĂ€chstes Jahr ein kleines GewĂ€chshaus zulegen, damit wir noch mehr vom knackigen selbrigen GemĂŒse anbauen können.

Und vielleicht sĂ€e ich ein paar schöne neue Wörter dazwischen. Ein paar ganz schrĂ€ge. Nur fĂŒr mich. Zu meinem VergnĂŒgen.