Alle Jahre wieder… stellt sich die Frage: Wer bringt an Weihnachten eigentlich die Geschenke? Das Christkind? Der Weihnachtsmann? Oder gar der Nikolaus? Stimmt, den gibt es ja auch noch! Aber der kommt ja schon vor Weihnachten.

Der Nikolaus – ein braver Mann

Widmen wir uns also zunĂ€chst dem Nikolaus: Der Nikolaus kommt bekanntlich am 6. Dezember, um die (braven) Kinder zu beschenken. Aus dem von Generationen von Kindern gefĂŒrchteten goldenen Buch werden die Verfehlungen des Jahres vorgelesen, aber natĂŒrlich wird auch nicht an Lob gespart. Oft hat der Nikolaus auch finstere Gesellen aus vorchristlicher Zeit fĂŒr die unartigen Kinder dabei: in SĂŒddeutschland den Krampus oder Kramperl, in Norddeutschland Knecht Ruprecht.

Obwohl er heute oft mit roter ZipfelmĂŒtze dargestellt wird und so oft mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird, war der Heilige Nikolaus, der am 6. Dezember verehrt wird, ein Bischof, und zwar der Bischof von Myra, das in der heutigen TĂŒrkei liegt. Er soll am 6. Dezember 345 gestorben sein, nachdem er sich ein Leben lang um die Armen und besonders um die Kinder gekĂŒmmert hatte. So erzĂ€hlt die Legende, dass er zum Beispiel wĂ€hrend einer Hungersnot alle kirchlichen Kornspeicher öffnen ließ und so viele Menschen vor dem Hungertod bewahrte. Auch soll er Seeleute aus einem Seesturm gerettet haben. Daher gilt der heilige Nikolaus in der katholischen Kirche als Schutzpatron der Kinder und der Seeleute.

Das Christkind – eine evangelische Erfindung

Erst mit dem Aufkommen der protestantischen Lehre nach der Reformation und der damit einhergehenden Ablehnung der Heiligenverehrung wurde die Bescherung auf den 24. Dezember verlegt. Der Reformator Martin Luther verfĂŒgte, dass fortan der „heilige Christ“ am Weihnachtsabend die Geschenke bringen solle. Vermutlich entwickelte sich daraus das „Christkind“. Zeitgenössische Abbildungen jedenfalls zeigen den heiligen Christ, oder das Christkind, von Anfang an als Kind, meist mit EngelsflĂŒgeln. ZunĂ€chst verbreitet sich das Christkind im evangelischen Deutschland, spĂ€ter auch in den katholischen Gegenden Rheinland, Bayern und Österreich.

Allerdings konnte das Christkind in den evangelischen Teilen des deutschsprachigen Raums nicht auf Dauer Fuß fassen. Hier verschmolzen im 19. Jahrhundert Nikolaus und Knecht Ruprecht zum Weihnachtsmann.

Der Weihnachtsmann – ein deutscher Cousin von Santa Claus

Erstaunlicherweise ist also das vor allem im katholischen Bayern beheimatete Christkind eine Erfindung Martin Luthers, wohingegen der protestantische Norden den Weihnachtsmann bevorzugt!

Das rote Gesand, in dem die WeihnachtsmĂ€nner seit jahren zahlzreich (fast) alle Gegenden der Erde bevölkern, verdankt der Weihnachtmann ĂŒbrigens, genau wie den weißen Rauschebart, in erster Linie Coca-Cola, wo man in den Dreißigerjahren auf die Idee kam, die himmlische Figur als Werbefigur fĂŒr die dunkle Brause einzusetzen. Haddon Sundblom, Sohn skandinavischer Einwanderer, entwarf die Figur des Santa Claus – natĂŒrlich in den Farben der Firma.

Soviel zu den himmlischen Gabenbringern. Aber wer auch immer bei Ihnen die Geschenke bringt, genießen Sie die Adventszeit und die Vorfreude auf Weihnachten!

Alle Jahre wieder…