Sprache und Getränke

Sprache und Getränke – das sind meine Themen. Aber wie passt das zusammen?

Sehr gut, finde ich! Denn beide haben viele Gemeinsamkeiten:

Selbst das Vokabular zur Beschreibung von Getränken und Texten ähnelt sich. Auf der negativen Seite lässt sich feststellen, dass sowohl Getränke als auch Texte geschmacklos, langweilig, fad oder ermüdend sein können. Beide können andererseits aber auch entspannend, anregend oder gehaltvoll sein und sogar Geist enthalten. Die wohl bemessene Menge eines geistigen Getränks vermag so manchen Kopf zu geistreichen Formulierungen zu beflügeln. Wobei hier zu beachten wäre, dass steigender geistiger Gehalt im Getränk eher zu geistiger Gehaltlosigkeit in der Sprache führt…

Getränke sind flüssig. Aber auch Sprache kann flüssig sein – fließende Worte, flüssige Sprache, ein sprudelnder Wortfluss gar! Wie schon Heraklit sagte: „Alles fließt!“

Beides lässt sich zum eigenen Wohle konsumieren. Denken Sie an ein kühles Bier im schattigen Biergarten an einem heißen Sommertag. Oder stellen Sie sich vor, Sie gönnen sich ein schönes Glas Wein auf Ihrer Terrasse. Sprache genieße ich am liebsten in Form eines guten Buchs. Wenn ich mich mit meinem Buch gemütlich niederlasse, sage ich oft: „Ich nehme noch ein paar Buchstaben zu mir“. Manchmal entfalten Sprache und Getränk auch zusammen ihr volles Genusspotential: Sich in ein fesselndes Buch vertiefen, dazu ein Gläschen vom Lieblingswein – ein wahrer Hochgenuss!

In diesem Sinne – willkommen in der S.IDE-Bar!

 

Voulez-vous?

 

„Aber nein, ich spreche gar kein Französisch“, sagen Sie jetzt vielleicht. Oder denken mit leichtem Grausen an gallische Fiesigkeiten wie verbes irréguliers oder subjonctif. Dabei sprechen Sie mehr Französisch als Sie möglicherweise denken!

Unsere deutsche Sprache ist in vielen Bereichen durchsetzt von (d)englischen Begriffen, man kann ihnen kaum entgehen. Manch einer findet sie hip und nutzt sie in excess, manch einer verteufelt sie, fühlt sich geradezu überrollt von der Flut an Anglizismen, die da in unsere Sprache schwappt. Aber was ist eigentlich mit Wörtern unserer französischen Nachbarn, mit denen uns seit 1963 immerhin der deutsch-französische Freundschaftsvertrag verbindet? Was ist mit Gallizismen?

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Wortgefechte an der Virenfront

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Sprache 

Katastrophen und Krisen bringen nicht nur Zerstörung und Verlust mit sich, sondern schaffen auch Veränderung und Erneuerung. Unter anderem neues Vokabular, denn auch über die neue Situation muss kommuniziert werden. Viele dieser Neologismen verschwinden genauso schnell wieder wie sie gekommen sind. Andere bleiben – wenn nicht im aktiven Wortschatz, so zumindest in der Erinnerung. Mal ganz ehrlich, hätten Sie vor 2004 gewusst, was ein Tsunami ist? Gerade extreme Wetterphänomene bringen ihr ganz eigenes „Fachvokabular“ mit: Superzelle, Hagelschlot, Hitzehölle, Russenpeitsche oder Schneekeule, um nur einige Beispiele zu nennen. Und hätten Sie vor den Anschlägen vom 11. September 2001 bei „Achse des Bösen“ nicht eher an eine Verschwörung gegen James Bond oder die Gefährten der Ringgemeinschaft gedacht als an einen Begriff aus einer Rede zur Nation des US-Präsidenten? Continue reading

Lost in (Machine) Translation?

 

Wer hätte nicht schon einmal davon geträumt, eine Sprache zu verstehen, ohne sie lernen zu müssen? Ohne sich durch endlose Vokabellisten, komplizierte Grammatikregeln mit tausend Ausnahmen zu quälen? Sogar in der Literatur begegnen wir diesem Menschheitstraum in Gestalt des Babelfischs („Per Anhalter durch die Galaxis“). Machine Translation oder maschinelle Übersetzung scheint diese Idee mittlerweile in greifbare Nähe zu rücken. Continue reading

Das kleine Schwarze

 

Das kleine Schwarze: schwarz, elegant, aufregend, wandlungsfähig, ein „Must-have“.

Mode in der S.IDE-Bar? Nein, keine Angst, ich bin nicht unter die Modebloggerinnen gegangen, ich spreche von Bier!

Eine kleine, schlanke und elegante Flasche (0,33 l) steht vor mir. Ihr undurchdringlich schwarzes Glas lässt nichts von ihrem Inhalt erkennen. Ein angenehm zurückhaltend gestaltetes, ebenfalls schwarzes Etikett verrät: Die Flasche enthält INALE Pale Ale alkoholfrei. Ein alkoholfreies Pale Ale? Wie jetzt? Ist das nicht wie ein Pool ohne Wasser? Ein Catwalk ohne Models (um doch ein wenig in der Modebranche zu bleiben)? Seit Matthias, einer der beiden Brauer von INALE, mir davon erzählt hat, bin ich gespannt auf dieses alkoholfreie Pale Ale, das jetzt endlich vor mir steht. Das Rückenetikett verspricht viel: „Die Aromatik eines Hophead IPAs in einem alkoholfreien Pale Ale“! Continue reading

Bierworträtsel

 

 

Sprachspaß und Lieblingsfachgebiet vereint: im Bierworträtsel!

Nicht immer muss man Bier trinken, um Spaß daran zu haben. Auch Bier rätseln kann Spaß machen.

Erst recht, wenn süffige Gewinne winken …

Mitmachen und gewinnen!

Drei Gewinner dürfen sich über je ein Probier-Sixpack von In-Ale freuen.

In Ale, in Bier. Mittendrin! Sie leben und lieben Bier.
Sie machen Bier, die beiden Brauer von INALE:
Mit Hingabe und Begeisterung gebraute Geschmackserlebnisse – innovativ, vielfältig und spannend!


Foto: AMP Brewing GmbH & Co.KG
       

 

 

 

 

Martin Luther – ein moderner Übersetzer?

 

2017 – das Lutherjahr: Luther hier und Luther da! Luther überall! Aber was hat nun dieser strebsame Studiosus, geistreiche Gelehrte und rebellische Reformator mit Sprache zu tun, oder gar mit Bier? Mit Sprache hat der Augustinermönch Luther tatsächlich sehr viel zu tun: Denn er war nicht nur Theologe, sondern auch ein sprachgewaltiger Übersetzer! Mit seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche, an der er von 1521 bis 1534 arbeitete, und damit auch den Grundstein für die Sprache legte, die wir heute als Hochdeutsch kennen, dürfte er die deutsche Sprache beeinflusst haben wie kaum ein anderer. Denn zur Zeit der Reformation gab es noch keine allgemeine deutsche Sprache, sondern Oberdeutsch (im Süden), Niederdeutsch (im Norden) und Mitteldeutsch (in der Mitte). Diese drei Ausprägungen des Deutschen wiesen so erhebliche Unterschiede auf, dass sie untereinander nur schwer verstanden wurden. So hieß z.B. ein Keramikermeister je nach der geographischen Lage seiner Werkstatt Hafner, Pötter oder Töpfer. In seiner Übersetzung der Bibel verwendete Luther, der ja in Mitteldeutschland beheimatet war, sprachliche Elemente aus allen Varianten des Deutschen, die damals gesprochen wurden, und schuf so erstmals ein Werk, das in ganz Deutschland gelesen und verstanden werden konnte. Die Erfindung der Druckerpresse kam da gerade recht. Der wortgewandte Kirchenmann verfasste darüber hinaus unzählige Schriftstücke und Predigttexte und reihte sich so unter die wichtigsten deutschen Autoren aller Zeiten ein – ein echter Beststeller-Autor! Continue reading

Angesagte Craft Beer Styles

 

Craft Beer ist schwer im Kommen – die deutsche Bierlandschaft wird noch interessanter! Aber so richtig bekannt sind die neuen Craft Beer Styles Vielen noch gar nicht. Obwohl so manches Craft Beer nichts anderes ist als eine alte, in Vergessenheit geratene und jetzt wieder zu neuem Leben erweckte Spielart der Braukunst. Die in Deutschland zur Zeit angesagtesten Craft Beer Styles seien hier kurz vorgestellt. Deutsches Craft Beer wird übrigens nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Die unglaubliche Geschmacks- und Aromavielfalt entsteht durch ausgewählte Malz- und Hopfensorten. Aber nicht vergessen: Die Vielfalt der deutschen Biere ist sowieso weltweit einzigartig! Und viele kleine Traditionsbrauereien brauen von jeher wunderbare Biere! Continue reading

Tooooooooor!

 

 

Fußball-EM 2016: Europa sitzt vor der Glotze oder beim Public Viewing (wenn es gerade mal nicht regnet). So auch ich. Dabei fällt mir einmal mehr auf, dass der Fußball, wie auch andere Sportarten, für Übersetzer und Dolmetscher gewissermaßen ein ganzes Spielfeld voller einladender Fallgruben und Stolpersteine bietet. Wer sich da nicht auskennt, hat sich schnell verdribbelt und riskiert, vom Platz gestellt zu werden. Denn der Jargon wartet mit etlichen Fachwörtern und Metaphern auf, die sich nicht eins zu eins übersetzen lassen. Continue reading

Vino rosso sulla terrazza

 

Kaum ließ sich letzte Woche der Sommer erahnen, mit lauen und somit terrassenfähigen Abenden, tauchte auch schon der Gedanke an die tiefroten, aus dem letzten Urlaub in der Toskana mitgebrachten Schätze auf, die still im Keller warten und sich so vortrefflich für den Genuss auf der Terrasse eignen.

Leicht zu finden war er nicht, mein Lieblingsschatz: Etliche Kilometer über kurvenreiche, kleine Sträßchen und durch verwinkelte Dörfer brachten uns schließlich aber ans Ziel: Zur Azienda Agricola Salustri. Continue reading