Angesagte Craft Beer Styles

 

Craft Beer ist schwer im Kommen – die deutsche Bierlandschaft wird noch interessanter! Aber so richtig bekannt sind die neuen Craft Beer Styles Vielen noch gar nicht. Obwohl so manches Craft Beer nichts anderes ist als eine alte, in Vergessenheit geratene und jetzt wieder zu neuem Leben erweckte Spielart der Braukunst. Die in Deutschland zur Zeit angesagtesten Craft Beer Styles seien hier kurz vorgestellt. Deutsches Craft Beer wird übrigens nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Die unglaubliche Geschmacks- und Aromavielfalt entsteht durch ausgewählte Malz- und Hopfensorten. Aber nicht vergessen: Die Vielfalt der deutschen Biere ist sowieso weltweit einzigartig! Und viele kleine Traditionsbrauereien brauen von jeher wunderbare Biere!

Amber Ale
Das Amber Ale gehört zu den Pale Ales. Wie der Name schon vermuten lässt, hat Amber Ale aber die Farbe des Bernsteins. Amber Ales haben einen eher moderaten Alkoholgehalt von etwa 5 % und eine eher hopfige Ausprägung. Verglichen mit anderen Pale Ales weisen sie aber auch einen ausgeprägten Malzkörper auf.

Barley Wine
Der Schein trügt: Der „Gersten-Wein“ hat nichts mit Wein zu tun! Barley Wine ist vielmehr ein sehr starkes, malzbetontes Ale mit einem Alkoholgehalt von 9 bis 14 % und eher wenig Kohlensäure. Von oft tiefroter bis dunkler Farbe schmeckt Barley Wine zuerst wegen seines hohen Alkoholgehaltes oft süßlich, später setzen sich Bittere und Hopfen durch. Auch Anklänge an Waldbeeren, Eiche oder Whisky sind oft zu finden.

Dubbel
Das Dubbel oder Double Ale stammt aus der Tradition der belgischen Trappistenklöster. Es ist ein obergäriges, rötlich-braunes Bier mit einem Alkoholgehalt ca. 7 %, das mit hellem Malz und Zuckersirup gebraut wird und in der Flasche reift. Der Zuckersirup verleiht dem eher malzigen Bier oft ein Aroma nach Brot, Karamell oder Trockenfrüchten.

Imperial IPA
Das Imperial IPA ist eine Erfindung der amerikanischen Craft Brewer. Ein hopfenbetontes, starkes Bier mit intensivem Körper sowie ausgeprägter und anhaltender Bittere. Das Imperial weist meist eine rötliche Färbung auf und nicht selten Alkoholgehalte bis an die 10 %.

India Pale Ale
Das India Pale Ale (IPA) ist derzeit das Flaggschiff der Craft Beer Bewegung, die diesem alten englischen Bierstil wieder neues Leben eingehaucht hat. Mit intensiverer Hopfung und höherem Alkoholgehalt (5 – 7 %) als ein normales Pale Ale punktet das India Pale Ale oft auch mit vielfältigen Hopfenaromen nach Zitrus- oder Tropenfrüchten. Um die Hopfenaromen zu betonen, werden diese Biere gerne hopfengestopft. Meist weist IPA eine satte Gold- oder Kupferfarbe auf. Inzwischen haben sich verschiedene Unterstilrichtungen entwickelt: z.B. mit deutschen Hopfensorten gebraute German IPAs, mit traditionellen englischen Hopfensorten gebraute English IPAs oder an amerikanische Vorbilder angelehnte West Coast IPAs.

Lambic
Das Lambic (oder auch Lambiek) ist eine belgische Bierspezialität, die anders als fast alle anderen Biersorten durch Spontangärung entsteht. Bis man die mikrobiologischen Zusammenhänge der alkoholischen Gärung verstand, war die Gärung mit den in der Umgebungsluft natürlicherweise vorhandenen Hefen das Standardverfahren. Heute arbeitet man fast ausschließlich mit Reinzuchthefen, das Lambic ist eine der wenigen Ausnahmen. Ein Lambic hat wenig Bittere und schmeckt leicht säuerlich. Es erinnert eventuell ein wenig an Apfelmost.

Milk Stout
Nein, ein Milk Stout, auch Sweet Stout oder Cream Stout genannt, enthält keine Milch! Dem Milk Stout wird aber Laktose zugegeben, die von der Hefe nicht vergoren werden kann, so dass sie dem Bier Körper und eine gewisse Süße verleiht.

Oak Aged Beer
Oak Aged Biere reifen für 6 bis 9 Monate in Eichenholzfässern, die zum Beispiel aus der Whiskeyherstellung stammen. So nehmen die Biere Aromen des davor in den Fässern gelagerten Getränks an. Es entstehen exklusive Biere mit ausdrucksstarkem Charakter, die sich gut als Digestif eignen. Oft sind Karamell- und Vanillenoten vorhanden.

Pale Ale
Das Pale Ale stammt aus England und ist gewissermaßen ein Vorfahre des India Pale Ale (IPA). Verglichen mit dem IPA ist es aber weniger stark gehopft und meist etwas heller in der Färbung. Auch der Alkoholgehalt liegt mit 3,7 bis 6,3 % meist niedriger. Daher ist auch der Geschmack etwas weniger bitter und intensiv. Pale Ales werden nicht nur mit Gerstenmalz gebraut, sondern gelegentlich auch mit Roggen-, Weizen- oder anderen Malzarten.

Porter
Der Begriff Porter leitet sich ab vom englischen „Port“ (Hafen). Das dunkelbraune, oft sogar fast schwarze Porter mit dem cremigen, oft leicht bräunlichen Schaum stammt ursprünglich aus London, wo es zu Zeiten der industriellen Revolution als Nahrungsmittel für die Hafenarbeiter gebraut wurde. Es wird mit dunklem Malz und Karamellmalz gebraut, dessen Röstaromen an Schokolade oder Nuss erinnern. Der Hopfen spielt eine eher untergeordnete Rolle. Porterbiere haben einen Alkoholgehalt von 4 – 9 %.

Stout
Das Stout hat sich aus dem Porter entwickelt. Es ist ein tief dunkles bis schwarzes Bier mit festem cremigen Schaum. Ähnlich wie das Porter weist es intensive Röstaromen auf, die oft an Schokolade oder Kaffee erinnern. In der Regel hat ein Stout einen höheren Alkoholgehalt als ein Porter.

Tripel
Das Tripel oder Triple ist gewissermaßen der große Bruder des belgischen Dubbel. Den Namen verdankt das Tripel der Tatsache, dass es drei Gärprozesse durchläuft. Nach der ersten Gärung folgt eine langsame zweite Gärung bei etwa 10 °C. Sodann wird erneut frische Hefe zugegeben, und es erfolgt eine dritte Gärung bei etwas höherer Temperatur. Oft werden auch Gewürze wie Koriander zugegeben. Im Tripel sind Süße und Hopfenbittere harmonisch ausgewogen. Doch Achtung: Hinter dem harmonischen Geschmack verbergen sich oft Alkoholgehalte um die 10 %! 

Witbier
Das Witbier ist praktisch der belgische Cousin unseres Weißbiers. Witbier wird zum Teil mit unvermälztem Weizen eingebraut und oft mit Orangenschalten oder Koriander gewürzt. Mit einem Alkoholgehalt von meist unter 5 % ist das Witbier ein erfrischend spritziger und fruchtiger Durstlöscher.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.